Hörwahrnehmung

Schreiben, Lesen und Rechnen basieren auf unserer Wahrnehmungsfähigkeit.

Zum Einen natürlich auf der SEHWAHRNEHMUNG: Unsere Augen müssen Einiges leisten beim Lesen: Sie müssen sich in Sekundenbruchteilen scharf stellen können und die Focusierung auch sofort wieder lösen können, um einen Blicksprung zu vollziehen.
Sie müssen eine Zeile halten können.
Details müssen erkannt werden: Ein „b“ oder ein „d“ ? Sind da Pünktchen auf dem „a“? Ein Punkt am Satzende?
Leser oder Leserinnen müssen Impulse unterdrücken, kurz mit den Augen abzuschweifen…
Die Augen arbeiten dabei nicht alleine: In unserem Gehirn ist beim Lesen die Sehwahrnehmung aktiv, die gemeinsam mit den Augen das Gesehene für uns erst erkennbar und verstehbar macht.
Sogar wenn der Augenarzt mir eine Sehkraft von 100 % bestätigt, kann es sein, dass es nun mal nicht meine Stärke ist, Details zu erkennen, oder dass es mir Mühe macht, eine Zeile zu halten…
Wenn sich meine Augen anstrengen müssen, macht das Lesen keinen Spaß!

Genauso ist es bei der HÖRWAHRNEHMUNG:
Selbst wenn ich nicht schwerhörig bin und eigentlich gut höre, kann es zum Beispiel sein, dass meine Hörwahrnehmung sich mit tiefen Tönen (tiefen Frequenzen) wesentlich leichter tut, als wenn es darum geht, hohe Töne aus der Flut der uns umgebenden Geräusche herauszulösen. Dann höre ich z.B., ob draußen ein Motorrad vorbeifährt, oder ob im Klassenzimmer nebenan Stühle gerückt werden, aber die Stimme der Lehrerin rückt für mich in den Hintergrund.
Konsonanten, also s, w, l, b, p etc. liegen im Bereich der hohen Frequenzen. Wenn ich mich anstrengen muss, um die zu verstehen und zu unterscheiden, dann merkt das in der Regel keiner. Nicht mal ich selbst, denn ich bin das ja gewöhnt.
Aber: Es kommt eben häufiger vor, dass ich mal einen Buchstaben verwechsel, oder dass ich mich nach einer Weile eben doch nicht mehr so gut konzentrieren kann. Dann macht das Schreiben auch nicht so besonders Spaß. Weil ich mich so oft erfolglos anstrenge.
Es gibt noch wesentlich mehr Aspekte bei der Hörwahrnehmung, die unser gesamtes Leben und das Lernen beeinträchtigen können.
Es gilt zu unterscheiden zwischen dem, was die Ohren mechanisch leisten, was sehr oft unauffällig und intakt ist, und dem, wie meine Hörwahrnehmung im Gehirn das Gehörte verarbeiten kann. Das kann trainiert werden.

Seit einiger Zeit arbeite ich mit dem Institut Benaudira zusammen, das sich auf das Training der Hörwahrnehmung spezialisiert hat.
In meiner Praxis kann ich verschiedene Tests durchführen, die klare Hinweise auf Schwierigkeiten in der Hörwahrnehmung liefern.
Benaudira stellt dann ein Trainingsprogramm zusammen, das in der Durchführung gut machbar und sehr leicht und angenehm ist.

Sprechen Sie mich an, wenn Sie mehr darüber erfahren wollen oder Interesse an einer Testung der Hörwahrnehmung haben.